45 Teilnehmer, bestehend überwiegend aus Mitgliedern des GSV Bielefelds, reisten am frühen Sonntagmorgen zu einer Bildungsfahrt nach Brüssel. Die Fahrt wurde vom Abgeordnetenbüro im Rahmen des „Meet Your MEP“-Programms der EVP-Fraktion des Europäischen Parlamentes organisiert. Zwei Dolmetscher begleiteten zudem die Gruppe auf der Reise, so war auch an alles gedacht.
Wer jetzt erwartet hat, wegen der frühen Abfahrtzeit müde Augen in den Gesichtern der Teilnehmer vorzufinden, der sah sich schnell getäuscht. Alle freuten sich auf drei spannende und informative Tage in der Landeshauptstadt Belgiens!
Noch bevor Brüssel erreicht wurde, legte die Gruppe einen Zwischenstopp in der Universitätsstadt Leuven ein. Sie wird auch gerne als „Bierstadt“ bezeichnet, weil die Bierkultur allgegenwärtig ist und im Zentrum auf dem Oude Markt den längsten Tresen der Welt steht. Ganz in der Nähe steht das imposante gotische Rathaus, welches an dem sonnigen Tag sicher das meistfotografierte Gebäude war.
Die Stimmung erhob sich zum Besten, als Marianne und Hans-Peter Heinrich mitgebrachten Sekt und Kekse unter den Leuten verteilten.
Am frühen Nachmittag steuerte der Bus das Atomium an. Das vielbekannte Bauwerk von Brüssel stellt eine Struktur von 9 Atomen nach und darf auf der Besichtigungsliste nicht fehlen. Gleich zu Beginn wurde die Gruppe mit dem Aufzug auf die höchste Ebene des 102m hohen Atomiums befördert. Hier hatte jeder einen wunderbaren Ausblick über die Stadt, wenn auch so mancher auf wackeligen Beinen stand. Nach dem kurzweiligen Aufenthalt im Norden der Stadt brachte der Bus die Gruppe zum Hotel auf der anderen Stadtseite, wo jeder sein Zimmer bezog und ein Abendessen wartete.
Durch ein Frühstück im Hotel gestärkt ging es am Dienstagvormittag auf eine zweistündige Busfahrt und einer weiteren Stunde Fußweg in der Altstadt, um mit Unterstützung einer Stadtführerin die Geschichte Brüssels näher kennenzulernen. Für große Erheiterung sorgte doch die Übersetzung des „Manneken Pis“ in Gebärdensprache, aber wie gut dass die männlichen Dolmetscher sich damit auskennen. 🙂 Für den Busfahrer war es dagegen schon Schwerstarbeit, sein großes Gefährt durch die engen Straßen der Stadt zu navigieren, was er mit bravourös schaffte. Die Freizeit in den Mittagsstunden nutzten viele Teilnehmer um in der Altstadt leckere Waffeln in verschiedenen Kreationen oder belgische Pommes zu probieren.
Am Nachmittag stand der Besuch des Informationszentrums „Parlamentarium“ auf dem Programm. Dieser soll einen Einstieg in den Aufbau und Ablauf im Herz der Europäischen Institutionen vermitteln. Herr Benjamin Feyen, ein Assistent von MdEP Elmar Brok, begrüßte dazu die Gruppe am Eingang vom Besucherzentrum des Europäischen Parlaments. Lobenswert ist zu erwähnen, dass die mobile Guides mit Gebärdensprache ausgestattet ist und so die Informationen in den Räumlichkeiten verständlich an die Gehörlosen transportiert werden konnte.
Zum krönenden Abschluss des Tages war den Teilnehmern noch einmal Freizeit in der Altstadt gegönnt, die viele dazu nutzen, in den Läden nach Souvenir abzuklappern oder Starkbier in einer urigen Kneipen in einem Keller zu probieren. Ehe dann alle auf Kosten des Parlaments ein Abendessen mit Elmar Brok im Restaurant „Aux Armes des Bruxelles“ einfanden.
Am nächsten Morgen war schon Kofferpacken angesagt und mit dem Bus ging es zum eigentlich Parlament. Nach einer kurzen Einführung durch Herrn Feyen übernahm sogleich der Pressesprecher der EVP, Thomaes Bikl, das Wort. Er erzählte über seine Arbeit und lies einen Einblick in die Flüchtlingspolitik im EU-Parlament gewähren. Auf einige Fragen von den Zuhörern zu tagesaktuellen Themen antwortete er.
Mit großem Interesse wurde das Gespräch mit Frau Helga Stevens, eine von zwei Gehörlose Europaabgeordnete im Parlament, verfolgt. Sie erzählte über ihren Alltag und persönliche Erfahrungen als Gehörlose in ihrer Arbeit. Behindertenpolitische Themen waren im Anschluss sehr gefragt. Insgeheim wünscht man sich mehr engagierte Gehörlose, die in der Politik aktiv mitarbeiten. Positiv aufgefallen ist, wie gut Helga Stevens sich in der deutschen Sprache ausdrücken konnte. Sie hat einen Assistenten in ihrem Team, der aus Deutschland kommt.

Die Gruppe musste sich an den Zeitplan halten, so holte Herr Feyen sie zu einem kleinen Rundgang durch das Parlament ab. Der Gang führte durch den Hauptteil des Parlaments zum Plenarsaal, in dem die Europaabgeordneten tagen. Die Gesetze allerdings werden in Straßburg beschlossen. Von da weiter schlichen wir leise in die Sitzung des Auswärtigen Ausschusses rein. Elmar Brok konnten wir auf diese Weise bei seiner Arbeit erleben. Für die meisten eher visuell, da ein dolmetschen sich als schwierig gestaltete. Eigentlich sollte ein weiteres Gespräch mit dem MdEP stattfinden, was dieser leider zeitlich nicht schaffte. Das wurde von vielen bedauert, da doch zahlreiche Fragen auf der Zunge brannten. Zumindest reichte es zu einem gemeinsamen Foto.
Nach dem Mittagessen ging es mit dem Bus auf die lange Heimreise nach Bielefeld zurück. Wohlbehalten angekommen, verteilten sich die Teilnehmer rasch in allen Richtungen, schließlich war es schon spät und die meisten von ihnen mussten am nächsten Morgen wieder los zur Arbeit. An dieser Stelle möchten sich die Teilnehmer bei den beiden Dolmetscher bedanken und insbesondere auch bei Benjamin Feyen, der sich viel Mühe bei der Aufstellung des Programms gegeben hat, sowie für die Begleitung der Gruppe.
Benjamin Heese










































































































































